Sie befinden sich auf: Aktuell > Unsere Bürgerinitiave

Willkommen bei der Bürgerinitiative für Asyl St. Leon-Rot

 

 

Team BIA Salero beim Frühlingslauf in Rot

GUT gelaufen - anders kann man es nicht sagen. Einige Tage vor dem Frühlingslauf in Rot haben wir uns entschlossen, mit einem kleinen Team anzutreten. Auf die Schnelle wurden Laufschuhe organisiert - herzlichen Dank an die Aktiven des TSV Rot - die auch adhoc passten. Mit dabei waren Filmon und Biniam aus Eritrea, Jawad aus Afghanistan und Gabi von der BI Asyl.

Vor dem Start haben wir Kibram Issac aus Eritrae getroffen, ein Freund der bei uns lebenden Eritraer, der für die LG Kurpfalz von Sieg zu Sieg eilt.

 

Beim Frühlingslauf des TSV Rot haben wir einiges gelernt:

1. Perfekt passende Laufschuhe werden überbewertet.

2. Laufkleidung aus Hightech-Material ist überflüssig.

3. Naturtalente kommen ohne Training aus.

4. Sport verbindet Nationen und Generationen.

Den Halbmarathon in Rot 2016 hat Kibrom (rechts) souverän mit 1.11 h gewonnen. Auch "unsere" Jungs haben Potential - ganz ohne Training sind sie losgelaufen und haben sehr sehr gute Zeiten abgeliefert.

- Filmon 43.09 Minuten
- Biniam 46.38 Minuten
- Jawad 51.42 Minuten
- Gabi 66.28 Minuten

Wir sind uns sicher, dass der ein oder andere beim Lauftraining demnächst aufschlagen wird.

Eröffnungsfest
Das Eröffnungsfest unserer Räumlichkeiten BIA Salero in der Hauptstr. 113 findet am 4. Juni 2016 von 10 bis 20 Uhr statt. Geboten wird ein kleines kulturelles Programm mit Live-Musik und Kinderaktivität. Auch unser "Laden für Alle" wird geöffnet sein.

Es gibt Crêpes und Gegrilltes sowie Kaffee und Kuchen.

 

 

Infoveranstaltung der Gemeinde zum Thema Flüchtlinge in St. Leon-Rot

Am 2. Mai fand im Harres eine Info-Veranstaltung der Gemeinde mit den Bundestagsabgeordneten Stephan Harbarth und Lars Castellucci sowie Bürgermeister Alexander Eger, Benjamin Schwalb und Simone Schuster und Gabi Dörflinger von unserer BI Asyl statt.  Wir stellten unsere Arbeit vor und warben um Mitarbeit und Unterstützung von Seiten der Bevölkerung.

Hier geht es zum RNZ-Artikel

 

Unterstützung von REWE in St. Leon-Rot

Ganz schnell hat sie zugesagt: die Marktleiterin Enes Ergin von REWE St. Leon-Rot, als es bei unserer Anfrage um die Unterstützung der Flüchtlinge ging. Die Idee für die ankommenden Flüchtlinge ein Begrüßungspaket mit Lebensmittel zu schnüren fanden wir sofort klasse. Gespendet wurden 100 Taschen mit Tee, Schokolade, Nudeln, Reis u.a., die die Marktleiterin selbst gepackt und uns übergeben hat.

Sobald Flüchtlinge in St. Leon-Rot ankommen, nehmen wir auf Wunsch Kontakt auf, um herauszufinden, ob Hilfe benötigt wird und ob alles Notwendige vorhanden ist. Mit dem Lebensmittelpäckchen können wir nun ein kleines Willkommensgeschenk mitbringen. Mit im Gepäck haben wir außerdem einen Infoordner, den wir in 16 Sprachen ausdrucken können mit vielen Informationen über das Leben in Deutschland, über Rechte und Pflichten sowie viele praktische Tipps wie Ortsplan, Adressen von Schulen, Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten.

 

Das deutsch-afghanische Kochduell

Nachdem wir letzte Woche ein leckeres afghanisches Reisgericht gekocht und gegessen haben, gab es am vergangenen Samstag eine original süddeutsche Speise. Der Arbeitskreis Freizeit der BI Asyl lud die hier lebenden Flüchtlinge in die evangelische Kirche zum gemeinsamen Kochen und Essen ein. Nach langer Diskussion im Vorfeld entschieden wir uns für ein vegetarisches, regionales Essen, das für einige von uns als DAS Lieblingsgericht schlechthin gilt: Kartoffelsuppe und Dampfnudeln. 

Ein kleines Team erledigte die Einkäufe und bereitete den Hefeteig vor. Gemeinsam wurden dann die Zutaten für die Suppe geschnippelt, die Vanillesoße gerührt und die Dampfnudeln im eigens angeschleppten gusseisernen Topf gebacken. Fluffig aufgegangen und - wie es sich gehört - mit einer dicken Salzkruste dazu eine herrliche Vanillesoße schmeckte es Köchen sowie den kleinen und großen Gästen wunderbar. 

Wir stellten fest, dass über den eigenen Tellerrand zu schauen und das Fremde ein bisschen besser kennenzulernen, ganz gut gelingen kann, wenn man gemeinsam die Kochtöpfe rührt. Bei der Frage, warum die Dampfnudel Dampfnudel heißt, mussten wir allerdings passen - Dampf kommt natürlich von der im Topf entstehenden heißen Luft, aber die Nudel konnten wir nicht schlüssig auflösen. Wie heißt es so schön? Deutsche Sprache, schwere Sprache!

Unsere Kochaktivität "Über den eigenen Tellerrand schauen" werden wir sicher wiederholen. Wer das Kochduell am Ende gewinnen wird, muss sich noch herausstellen.

An dieser Stelle noch herzlichen Dank an Frau Wendler, die uns die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

 

Minis helfen wo der Schuh drückt

Die "Minis" aus Rot waren spontan bereit, in unserem "Lager", das zu einem Second-Hand-Laden aufgepeppt wird, mitzuhelfen. Sie sägten, hämmert und schleiften, was das Zeug hält und können mit dem Ergebnis zufrieden sein. In wenigen Stunden entstanden mehrere Schulregale, die sich sehen lassen können! 

Am vergangenen Wochenende hatten wir tatkräftige Unterstützung von den Ministranten aus Rot. Diese hatten noch Kapazitäten frei im Rahmen der „Aktion Frühjahrsputz“, bei der auf Wunsch der der Bevölkerung bei der Gartenarbeit geholfen wird. Auf unsere Anfrage hin erklärten sie sich spontan bereit, uns am Wochenende in unserem „Lager“ zu helfen. Dieses befindet sich hinter der ehemaligen Metzgerei Speckert/Ehehalt. In dem renovierungsbedürftigen Gebäude, das uns als Übergangslösung zur Verfügung gestellt wurde, ist immer etwas zu tun. Zahlreiche Kleiderständer wurden schon gebaut, aber für die gespendeten Schuhe fehlten noch Regale, die am Wochenende gebaut werden sollten. Wenn das Lager fertig eingerichtet ist, soll es dort möglich sein, zu festen Uhrzeiten in der Woche zu sehr geringen Preisen Kleider, Spielsachen oder Kleinmöbel zu erwerben. Dieser „Laden für Alle“ – wie er jüngst getauft wurde, ist auch ein Angebot für Alle. Für Flüchtlinge, die unserer Gemeinde zugewiesen werden, aber auch für alle anderen Bürgerinnen und Bürger, die gerne Second-Hand einkaufen möchten –daher eben „Laden für Alle“. Gemeinsam mit mehreren Ministranten bauten Ehrenamtliche der Bürgerinitiative den Samstag über Schuhregale zusammen, da wurde gesägt, gebohrt, geschliffen und geschraubt. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

 

Neue Infos von der Gemeinde

Die Gemeinde teilt mit, dass im Laufe des Jahres 2016 mit 81 Flüchtlingen in St. Leon-Rot gerechnet werden kann. Im nächsten Jahr könnte sich die Zahl in etwa verdoppeln. Die Asylsuchenden werden dezentral in kleineren Wohneinheiten, verteilt auf beide Ortsteile, sowie in einer Unterkunft in Schiff II für 38 Personen, untergebracht. Diese soll bis zum Herbst 2016 fertig gestellt werden. Viele Flüchtlinge, die zu uns kommen, haben eine dauerhafte Bleibeperspektive, weil sie in ihrer Heimat wegen Krieg oder Verfolgung bedroht sind. 

Flüchtlinge brauchen "viel Mensch"

Was sie vor allem benötigen ist "Viel Mensch". Das wollen wir und die zuständigen Sozialarbeiterinnen sowie unser Flüchtlingsbeauftragter Ihnen bieten. Wer uns gerne unterstützen möchte, bitte einfach eine Mail schicken an: info@asyl-st-leon-rot.de
 

BI-Asyl-Treffen am 19.02.2016

Zum ersten Mal trafen sich die Bürgerinitiative Asyl St. Leon-Rot in den zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten der katholischen Kirche in Rot. Und weitere Premieren standen auf dem Programm. Zum einen die Vorstellung der Sozialarbeiterinnen und des Flüchtlingsbeauftragten der Gemeinde St. Leon-Rot – sowie die Vorstellung der verantwortlichen Ansprechpartnerin des Projektes „WABE“ vom Diakonischen Werk. 
Auch neue, ehrenamtlich motivierte Gesichter wurden in den Reihen der Bürgerinitiative herzlich willkommen geheißen. 
Die Vorstellung der Sozialarbeiterinnen, des Flüchtlingsbeauftragten und des Projekt „WABE“ nahm viel Zeit in Anspruch, die gerne investiert wurde. Schließlich sollen alle Bürgerinnen und Bürger von einer guten Arbeit und ebenso guten Zusammenarbeit der Gemeindemitarbeiter/-innen und der Bürgerinitiative Asyl St. Leon-Rot profitieren – nicht zuletzt natürlich auch die Flüchtlinge. 
Die Stelle der Sozialarbeiterin teilen sich 2 erfahrene Damen zu gleichen Teilen. Simone Schuster und Barbara Bailey. Als Flüchtlingsbeauftragter unterstützt Benjamin Schwalb ebenso die Integration und das Zusammenleben in St. Leon-Rot nachhaltig.
Die Sozialarbeiterinnen Frau Bailey und Frau Schuster kümmern sich um die Abstimmung mit anderen Behörden und Ämtern (z.B. Gesundheitsamt), unterstützen beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen, vermitteln Deutsch- oder/und Integrationskurse bzw. weiterführende Weiterbildungsangebote. 
Der Flüchtlingsbeauftrage Benjamin Schwalb wird sich um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmern. Außerdem wird er die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen und so für mehr Transparenz und Aufklärung sorgen. 
Sogleich sorgte er für mehr Transparenz indem er mitteilte, wann, wie viele Flüchtlinge nach St. Leon-Rot kommen können. Lt. Auskunft des Landkreises sollen es 2016 81 Flüchtlinge sein. Voraussichtlich kommen diese mehrheitlich ab dem 2. HJ 2016 nach St. Leon-Rot. 2017 sollen es dann nach aktuellem Kenntnisstand 160 Flüchtlinge werden. 
Wer die Mitarbeiter/innen der Gemeinde bei der Arbeits- und Wohnungssuche unterstützen möchte, ist aufgefordert, sich einfach zu melden. Gerade Vereine und potentielle Arbeitgeber spielen eine wichtige Rolle in der Integrationsarbeit. 
Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit haben wir in Zusammenarbeit mit dem Privatgymnasium Rot im Rahmen der Projekttage unsere Arbeit vorgestellt. Verschiedene Schutzsuchende stellten Ihre Fluchtgeschichte vor und beantworteten viele Fragen. Die Ergebnisse wurden den Eltern mit erarbeiteten Plakaten und einem Film präsentiert. Beeindruckend, was dort in kurzer Zeit geschaffen wurde. Macht dieses Beispiel Schule für andere Lerneinrichtungen? 
Eine weitere gute Nachricht! Wir sind Teil des Projektes „WABE“ – 5 Gemeinden wurden in dieses Projekt aufgenommen – die anderen Gemeinden sind Sandhausen, Schwetzingen, Ketsch und Hockenheim. Ziel des Projektes ist die Förderung integrativer Projekte, Runde Tische mit Vertretern der Initiativen, Kirchen und Vertretern der Gemeinde. Unsere Ansprechpartnerin ist Frau Claudia Conrad von Heydendorff vom Diakonischen Werk aus Wiesloch. 
Im Rahmen einer angeregten Runde, eingeleitet von der Vorstellung von Frau von Heydendorff, wurde seitens der Bürgerinitiative gemeinsam beschlossen, dass wir auch ein Angebot für andere Bedürftige schaffen. Die Sozialarbeiterinnen klären den aktuellen Bedarf mit dem zuständigen Jungendamt. 

Der "Laden für Alle" wird bald eröffnet

Zu unserem Angebot für Alle gehört auch der „Laden für Alle“ – unser Lager ist prall gefüllt mit allerlei Spenden. Alle Bürger/-innen können dort einkaufen. 
Es gibt vor allem Kleidung für Kinder, Damen und Herren, Spiele, Geschirr, Schuhe. Möbel gehören nicht zum Sortiment, sondern können aufgrund von Platzmangel nur bedarfsorientiert vermittelt werden. 
Die regelmäßigen Öffnungszeiten sind derzeit noch in Abstimmung und werden rechtzeitig bekanntgegeben. Auch hier freuen wir uns über jedwede Unterstützung im Verkauf. 
Ein weiterer wichtiger Baustein in der Integrationsarbeit – Deutsch Kurse - wird von der SAP SE intensiv gefördert. Es sind Anfänger-Kurse (basierend auf dem Tannhäuser Modell) die täglich in Walldorf und Wiesloch entweder vormittags oder am frühen Abend angeboten werden. Aktuell werden noch ehrenamtliche Lehrer/innen gesucht. Immer 2 Lehrer/innen arbeiten in einer Gruppe. Flexible Einsatzmodelle sind möglich, die Abstimmung der unterschiedlichen Lehrer erfolgt über eine Plattform im Web - von SAP entwickelt und zur Verfügung gestellt. Die Qualifikation der Lehrer/in kann vielschichtig sein, jedenfalls ist keine pädagogische Ausbildung notwendig und jede/r motivierte Bürger/in, ausgestattet mit profunden Deutschkenntnissen, kann jederzeit einsteigen. 
Alles in allem können wir resümieren: Wir sind gut aufgestellt für 2016 und 2017. Die Gemeinde, die Kirchen, die Bürgerinitiative sowie viele Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde St. Leon-Rot nehmen die Herausforderung an! 


Wer Kontakt aufnehmen möchte, bitte eine Mail an info@asyl-st-leon-rot.de

 

 

Projekttage "Heimat in der Fremde" am PG St. Leon-Rot

Ousubi, Abderachman oder Alfusaney - das sind Namen, die im sozialen Umfeld von Lisa, Anna und Tim eher unbekannt sind. Neu für die 25 Schülerinnen und Schüler des PG St. Leon-Rot waren nicht nur die Namen sondern auch die Menschen und deren Geschichten, die dahinter stecken. Acht Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Gambia und Libyen beteiligten sich am Projekt "Heimat in der Fremde" der beiden Lehrerinnen Frau Uthmann und Frau Tobian des PGs und Gabi Dörflinger von der BI Asyl St. Leon-Rot.

Die Projektklasse behandelte drei Tage lang das Thema Flüchtlinge, Fluchtursachen und Suche nach einer neuen „Heimat in der Fremde“ und präsentierten die Ergebnisse anschließend mit Plakaten und einem Film in der Schule.

Eindrucksvoll schilderten die Gäste aus dem nahen Osten und Afrika ihre Situation zuhause, ihre Fluchtgründe und wie sie nach Deutschland gekommen sind. Sie beantworteten die vielen Fragen zu ihrer Heimat und ihrer Situation hier in Deutschland. Vor allem Dr. Nabeel A., der sein Medizinstudium in Syrien abgeschlossen hat, beeindruckte mit seinem fast perfekten Deutsch nach nur 6 Monaten Aufenthalt und weiteren 4 Sprachen, die er spricht. Er lebt derzeit in der Gemeinschaftsunterkunft in Walldorf. Dort ist er in einer großen Halle, die mit Bauzäunen unterteilt ist, in einer Parzelle mit sechs Betten, einem kleinen Tisch, Kühlschrank, Geschirr und Fahrrädern untergebracht. Derzeit wartet er auf einen Praktikumsplatz in einer Klinik und einen Aufenthaltstitel. "Ich nutze die Wartezeit, um zu lernen und zu lesen - von "Spiegel" über die "Zeit" sowie natürlich Fachliteratur", antwortet Nabeel auf die Frage, mit was er sich beschäftigt.

Schwieriger ist die Situation für die Afrikaner und Afghanen, für die ein Bleiberecht ungewiss ist. Alle gehen derzeit in einen Deutschkurs und hoffen darauf, möglichst lange unterrichtet zu werden. Vor allem diejenigen, die in ihrer Heimat keine Schule besuchen konnten, sind glücklich, hier endlich lesen und schreiben zu lernen. So sieht es auch ihre Deutschlehrerin: "Lesen und schreiben zu lernen, lohnt sich immer, auch wenn es in einer anderen Sprache als die Muttersprache ist. Für Flüchtlinge, die nicht hier bleiben können, haben wir dann einen wichtigen Grundstein für weiteren Bildungsmaßnahmen gelegt, nur dass wir es hier in Deutschland tun, statt z.B. vor Ort in Afrika“, erklärte Ute von Hahn. Drei Schülerinnen konnten bei ihr am Montag nachmittag im Deutschkurs hospitieren.

Als die Frage, die der Projektklasse besonders unter den Nägeln brannte, gestellt wurde, wie die Flüchtlinge die Geschehnisse und Übergriffe in der Silvesternacht beurteilen würden, wurde es sehr still im Raum. Mit einfachen aber bildhaften Worten beschrieb Jawad aus Afghanistan, dass die Bäume in einem Park zwar der Art nach die gleichen sind, sich aber beim Betrachten wesentlich unterscheiden würden und bat darum, Flüchtlinge als Individuen zu sehen und nicht pauschal zu verurteilen.

Sie distanzierten sich von den Geschehnissen vehement und forderten, dass die Täter bestraft werden. Von Seiten der BI Asyl kam der Hinweis, dass viele Ehrenamtliche in unserer Region Frauen sind und Übergriffe bisher nicht bekannt wurden.

"Mutig und bewegend" und "viel erfahren und viel gelernt", so bewertete ein Schüler die Projekttage. Auch für die Flüchtlinge war es besonderer Tag, bei dem sie mit einer Führung durch die Schule, einem gemeinsamen Mittagessen und einer extra Darbietung des Chors, einen Einblick in das Schulleben in Deutschland bekamen.

 

 

 

DREI KRIEGE - Unter die Räder der Nahostkrise gekommen

Für die meisten von uns Mitteleuropäern ist Krieg zum Glück etwas Unbekanntes, Unvorstellbares. Diejenigen älteren Mitmenschen, die noch den zweiten Weltkrieg miterlebt haben, berichten heute noch von den Schrecken dieser Zeit. Familie Mahmoud lebt seit Juni 2015, nachdem sie vor insgesamt drei verschiedenen kriegerischen Konflikten geflohen ist, endlich wieder ein Leben in Frieden in unserer Gemeinde.

Die Familiengeschichte

Vater Munzer kommt ursprünglich aus der Hafenstadt Tartus in Syrien. Er ist bereits vor mehr als 25 Jahren jedoch nach Libyen ausgewandert, weil dort zu diesem Zeitpunkt bessere Arbeitsbedingungen geherrscht haben. Dort konnte er sich erfolgreich als Bauunternehmer im Bereich Trockenbau etablieren. Zwanzig dauerhaft angestellte Mitarbeiter gehörten seinem Unternehmen an, für Projekte etwa auch in Saudi-Arabien, hatte er sogar bis zu 65 Mitarbeiter zur Verfügung.

Zwischenzeitlich hat Munzer wieder in Syrien gelebt, dort seine Frau Thanaa geheiratet, wenig später kam die Tochter Malak zur Welt. Weil das Unternehmen jedoch weiterhin in Libyen agierte, zog die junge Familie bald wieder nach Tripolis, was insofern problemlos möglich war, als Munzer eine gültige Aufenthaltserlaubnis besaß. Dort kam dann der erste Sohn Taha zur Welt.

Nach öffentlichen Protesten im Februar 2011 im Zusammenhang mit dem „arabischen Frühling“ kam es zum Bürgerkrieg in Libyen, an dem sich auch die NATO militärisch zur Unterstützung der oppositionellen Kräfte beteiligte. Die Zahl der Kriegstoten wird zwischen 10- und 50 000 geschätzt (Quelle wikipedia), auch Libyens langjähriger Machthaber Muammar al-Gaddafi kam ums Leben. Familie Mahmoud erlebte das Bombardement von Tripolis hautnah mit. 

Hier geht's weiter...

 

SCHÖNE WEIHNACHTEN!

Im Moment leben 10 Flüchtlinge in unserer Gemeinde. Dass sich das bald ändern wird, wissen viele bereits. Dr. Eger spricht von einer prognostizierten Zahl von etwa 150 bis 200 Flüchtlinge, die jedes Jahr zu uns kommen sollen. Sie werden dezentral in Häusern, die in der Gemeinde erworben oder Wohnungen, die angemietet werden konnten sowie in den noch zu bauenden Unterkünften in Schiff II und im neu entstehenden sozialen Wohnungsbau auf dem Gelände der Kramer-Mühle untergebracht.

In Zukunft werden wir noch sehr viel stärker als bisher auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen sein. Deshalb sind Aktionen und Spendenaufrufe wie von der Familie Arnhold bei „Advent im Garten“ oder der Familie Beiler-Rabe zur Eröffnung der Adventsfenster vormachten, für uns sehr wichtig.

Zum einen werden wir die finanzielle Hilfe benötigen, das zeigte sich in den letzten Wochen bereits, in denen wir ein Spendenlager renoviert haben oder bei der Vermittlung und Finanzierung von Sprachkursen. Zum anderen aber auch brauchen wir die mentale Unterstützung, der Zuspruch aus der Bevölkerung, die Offenheit für Flüchtlinge etwas zu tun, sei es durch Sach-, Geld- oder Zeitspenden, die wir hier immer wieder erfahren.
Wir wissen das sehr zu schätzen, denn alle Unterstützer sind auch Helfer in der Sache, Multiplikatoren und Fürsprecher im eigenen Umfeld oder in der Gemeinde, was nicht immer einfach ist. Und natürlich ein großer Motivator für uns Ehrenamtliche.

Wir möchten uns bedanken für die Hilfsbereitschaft, die wir erleben und sind überzeugt, wenn viele zusammen stehen und anpacken, schaffen wir das. Wenn nicht eine so gut aufgestellte Gemeinde wie St. Leon-Rot, wer dann? Unsere Gemeinde ist priviligiert und hat in den letzten Jahrzehnten überproportional von den politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen profitiert. In der Vergangenheit wurde den amerikanischen Soldaten ebenso wie den vielen zugezogenen SAPler aus allen Herren Ländern ein Zuhause geboten. Nun sind es die Flüchtlinge, die nach St. Leon-Rot kommen. Sie bringen uns zwar keinen monetären Mehrwert, so aber einen kulturellen und menschlichen Zugewinn.

Ein vorurteilsfreies Klima ist das, was die Menschen, die als Flüchtlinge kommen, nun dringend benötigen, um integriert werden zu können.

Wir wünschen allen Unterstützern eine schöne, besinnliche Weihnachtszeit, in der wir uns auf die Rechte und die Würde des Menschen besinnen, die jedem zusteht – egal wo er geboren wurde!
 

Ein schönes Fest wünschen
Gabi Dörflinger, Gerd Schmidt, Silvia Schau

 

Bei unserem BI-Asyl-Treffen am 04. Dezember 2015 gab es zwei große Themen:

Zum einen empfing der Arbeitskreis „Freizeit“ einige Vertreter von Vereinen mit denen eine Zusammenarbeit besprochen wurde, wie der VfB St. Leon, FC Rot, Anpfiff ins Leben sowie einige private Anbieter von Aktivitäten wie „Haus der kleinen Forscher“ oder „ein Bauchtanzkurs“. Vielen Dank für die Bereitschaft und Offenheit Flüchtlinge in die Vereine zu integrieren – wir werden auf die Angebote sicher gerne zurück kommen.

Das zweite große Thema war Freifunk bzw. freies Internet in St. Leon-Rot:
„Freifunk ist eine soziale und zugleich sichere Sache – es ermöglicht freien Internetzugang für alle“, das versicherte uns Christoph Probst vom Verein Freifunk Rhein-Neckar e.V. Hört sich utopisch an? Christoph konnte uns das am vergangenen Freitag bei unserem BI-Treffen sehr anschaulich erklären.
Er setzt sich dafür ein, ein solches Netz hier in St. Leon-Rot zu etablieren, so dass auch Flüchtlinge und alle, die sich keinen Internetzugang leisten können, freien Internetzugang haben. Der soziale Gedanke gefällt uns und wir unterstützen diese Aktion.
Freifunk hat es sich zum Ziel gesetzt, ein frei zugängliches, öffentliches und durch Bürger verwaltetes Funknetz (WLAN) aufzubauen und zu betreiben. Unser Anliegen ist es, in der Gemeinde Teilnehmer zu finden, die bereit sind, einen Router (etwa 20 Euro) anzuschaffen und freies Internet zur Verfügung zu stellen. Christoph übernimmt die Einrichtung der Router, spielt die Software auf und unterstützt, wo notwendig.Er betonte immer wieder: „Alle Betreiber eines Routers sind über den Verein Freifunk vor rechtlichen Risiken geschützt“. Wer Interesse hat mitzumachen - einige sind in der Gemeinde bereits installiert - wendet sich direkt an Christoph Probst.
Mail: freifunk@probst.it
Mehr Infos: https://freifunk-rhein-neckar.de


 

 

 

 

 


 


 

 

 

Zum Seitenanfang