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Willkommen bei der BIA

 

Alle Jahre wieder: ADVENT IM GARTEN am 02.12.

Besondere Ruhepunkte in der ja doch hektischen und stressigen Vorweihnachtszeit - diese ersehnte sich Andrea Arnhold schon lange. Ihren Wunsch hat sie dann vor 3 Jahren das erste Mal – in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche - umgesetzt. „Back to the roots“ und „weg vom Rummel“, das war der gelernten Hauswirtschaftsleiterin ein echtes Anliegen und seitdem verwandelt Andrea gemeinsam mit ihrem Mann Günter jedes Jahr ihren Garten in einen zauberhaften und stimmungsvoll einladenden „Weihnachtsmarkt“, wie er ursprünglicher nicht sein kann.

„Bei uns gibt es keine Kirmesgeschäfte und auch keine Fischbrötchen, dafür aber die beliebten Crepes von Elvira, Bratwürste vom Grill, orientalische Köstlichkeiten, verschiedene Getränke und vieles mehr. Neben der kulinarischen Versorgung werden dem Besucher vielerlei Aufmerksamkeiten wie Gestecke, Karten, selbstgemachte Marmelade und mehr angeboten.“

Wenngleich mit einigen Anstrengungen verbunden, schöpft Andrea sehr viel Positives aus den Vorbereitungen und der Durchführung ihres kleinen Weihnachtsmarktes. Sie schätzt die neuen Bekanntschaften, die sie Jahr für Jahr macht, und liebt das weihnachtliche Flair, das Haus, Hof und Garten in festliche Stimmung versetzt. Und auch ihr Mann Günter ist Feuer und Flamme – denn sein persönliches Highlight: Ein romantisches und wärmendes Lagerfeuer, um das er sich mit Leidenschaft kümmert und den ganzen Abend am Lodern hält.

Letztendlich geht es den beiden jedoch nicht um den eigenen Vorteil, denn der gesamte Erlös dieser vorweihnachtlichen Begegnung kommt der BIA zugute.

Und das kommt nicht von ungefähr, denn Andrea engagiert sich bereits seit September 2015 auf vielerlei Art und Weise für die BIA. Zu Beginn übernahm sie die Patenschaft für eine 6köpfige, geflüchtete Familie, die sie bis heute unterstützt und deren positive Entwicklung sie Tag für Tag mitverantwortet hat. Ihr eigentliches Talent liegt in ihrer Kreativität. Sie ist von Anfang an die gute Fee des SALERO. Tatkräftig beteiligte sie sich an der Verschönerung unserer Räume und ist für viele Aktivitäten federführend, sei es unser Sommerfest, die Kerwe, Kinderaktivitäten und Kochaktionen. Sie ist sowohl im Vorstand des Vereins aktiv als auch in den Arbeitskreisen Freizeit, Deutsch, Räume und Finanzen. Und wer einmal ein Stück Torte aus ihrer Backstube gegessen hat, egal ob Schwarzwälder Kirsch, Raffaelo-Torte oder die berühmte Eigenkreation "Torte Salero" schwärmt davon lange Zeit.

Der Erlös kommt der BIA zugute. Eingeladen ist die gesamte Bevölkerung.

 

 

Arabisch-Crash-Kurs

Eine Sprache lernen in zwei Tagen? Jeder vokabelbüffelnde Schüler dürfte davon träumen und auch wir waren teilweise zunächst etwas skeptisch. Sprachtrainer Klaus Bylitza wirbt jedoch damit, dass er genau das möglich macht. 14 Sprachen hat er in seinem Programm – von den romanischen Sprachen wie Französisch oder Spanisch bis hin zu eher exotischen Idiomen wie Finnisch oder Japanisch. 

Arabisch ist die mit Abstand am häufigsten gesprochene Sprache unter unseren Flüchtlingen. Nicht nur die große Zahl der Flüchtlinge aus Syrien spricht arabisch, auch die nicht ganz so große Zahl derjenigen, die aus dem Irak nach St. Leon-Rot gekommen sind, sprechen arabisch, wenn auch teilweise mit verschiedenen Dialekten. Arabisch zählt mit ca. 500 Millionen Sprechern weltweit auch zu den Weltsprachen und rangiert derzeit auf Platz sechs. Weiterlesen hier....

 

Das Theater der BIA und die Scheinwerfer präsentieren:

Alle Vorstellungen sind ausverkauft!

Hier gehts zum RNZ-Artikel

Zeitgenössisch, authentisch und ergreifend – diese Worte werden jedem Zuschauer dieses autobiographischen Theaterstücks in den Sinn kommen.

Endrik Ebel sen. hat mit seiner Theatergruppe GRENZENLOS der BIA in Zusammenarbeit mit dem Amateurtheater Scheinwerfer 87 ein Theaterstück in 3 Akten geschaffen, das wahrlich unter die Haut geht.

Die großartigen Darsteller „spielen“ ihre eigene Biografie – die Flucht mit all ihren Facetten. Ob laut oder leise, gesprochen oder pantomimisch, - die Emotionen sind zum Greifen nah. Angst und Verzweiflung, aber auch Mut und Zuversicht vermitteln dem Zuschauer den Weg, den die geflüchteten Menschen nicht ganz freiwillig gehen mussten. „Keine der 12 Szenen wird dramatisiert, aber es wird auch keine geschönt“, deshalb ist das Theaterstück auch erst für Kinder ab 12 Jahren freigegeben, so Endrik Ebel sen.

Aber es gab auch andere Hindernisse, mit denen der Regisseur zu kämpfen hatte. Während der Probenzeit sind einige Darsteller aus dem Theaterprojekt ausgestiegen  und  das Stück musste immer wieder auf die neue Zahl der Mitwirkenden umgeschrieben werden.  Gefreut hat es ihn trotzdem – denn alle hatten den gleichen triftigen Grund: Sie haben eine Arbeit oder Lehrstelle gefunden und wollen sich nun ganz und gar auf ihre neue Aufgabe konzentrieren.

Das Stück aufzugeben kam Endrik nicht in den Sinn, denn alle Beteiligten  haben sehr viel Zeit, Kraft  und Emotionen in die Probenarbeit  eingebracht.  Außerdem freut sich das gesamte Ensemble natürlich das Stück endlich den Zuschauern auf der Bühne des Theaterzimmers präsentieren zu können.

Endrik Ebel, der Theatermacher:

Theater – ein sehr großer Teilbereich im Leben von Endrik Ebel sen., der mit Spannung der Premiere seines neuesten Stücks „DOKU HOPE – Bin ich noch zu retten“ am 11.11.2017 entgegenfiebert. Ein brandaktuelles Thema und „keine leichte Kost“ so der 75jährige gebürtige Berliner.  Weder für den Autor, die Darsteller noch Zuschauer, denn es geht um die Flucht aus der Heimat – dargestellt von tatsächlich geflüchteten Menschen.

Dabei ist Ebel ein Routinier auf dem Gebiet der Schauspielkunst. Schon lange schreibt er Texte fürs Kabarett, Comedy und Sketche – gerne auch in Richtung Persiflage wie in dem Stück Maria Stuttgad. Aber er textet nicht nur, sondern spielt selbst auch leidenschaftlich, wie aktuell im Theaterstück „Teufelsblitz“ in Sinsheim. 

„Früher bin ich Marathon gelaufen, habe Tischtennis gespielt und in einer Band musiziert und gesungen“ sagt Ebel und ein wenig Wehmut klingt in seiner Stimme. „Die Zeit reicht einfach nicht um allen Hobbys gerecht zu werden und man muss Prioritäten setzen“.  Seit einiger Zeit steht das Theater an erster Stelle,

Seine ehrenamtliche Tätigkeit innerhalb der Bürgerinitiative BIA sieht er nicht als Besonderheit – sondern eher als selbstverständlich. „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich“ – so der Initiator der Theatergruppe „GRENZENLOS“. Und seine Erfolge zeigen, dass seine Intention richtig ist. In diesem Engagement sieht Ebel gleich mehrere Vorteile. „Unsere neuen Gemeindemitglieder werden dabei im Integrationsprozess unterstützt, vertiefen schneller ihre Deutschkenntnisse und Erlebtes kann auf kreative Art und Weise reflektiert und verarbeitet werden“. Dass Endrik Ebel sen. selbst dabei seiner größten Passion – dem Schriftstellern von darstellender und bildender Kunst nachgehen kann – zeigt die vielschichtige Sinnhaftigkeit von ehrenamtlichen Initiativen.

 

 

Unsere Kürbiswerkstatt 2017

Am Tag des Kürbisses war es wieder soweit. Das SALERO verwandelte sich zum zweiten Mal in eine kunterbunte Kürbiswerkstatt. Ob gruselige Fratzen oder filigrane Ornamente – mehr als 30 Kinder schnitzen und werkelten mit Eifer an den Kürbissen.  Das Freizeit-Team mit Andrea, Jasmine, Elvira und Ayhan waren nicht nur von den Ergebnissen begeistert, sondern auch von der überwältigenden Zahl der teilnehmenden Kinder, deren Eltern und auch Helfern. Abgerundet wurde dieser schöne Nachmittag mit einer leckeren Kürbissuppe und Stockbrot am offenen Feuer. Stolz präsentierten die Kinder ihre Jack O‘Lantern – die schon bald den eigenen Haustüren das Halloween Ambiente verleihen und mit Sicherheit auch die bösen Geister abschrecken werden. Danke allen, die mitgeholfen haben und Tanja Steger für die grandiosen Fotos.




 

Aus religiösen Gründen verfolgt

August 2017

Ehab ist unter „unseren“ Flüchtlingen gewissermaßen ein Exot: Die Mehrheit der Menschen, die bisher nach St. Leon-Rot zugeteilt worden sind, sind Muslime aus Syrien oder aus dem Irak und Afghanistan. Eine kleinere Gruppe von Geflüchteten aus Syrien und Eritrea bekennen sich zu einer christlichen Konfession. Ehab dagegen ist Mandäer. Nur etwa 200 000 Anhänger dieser Glaubensüberzeugung leben weltweit und sind gerade im nahen Osten vielfach der Verfolgung ausgesetzt. Ganz grob erklärt gibt es Bezüge zum Juden- und Christentum, allerdings wird die zentrale Gestalt des Christentums, Jesus Christus, nicht als Messias anerkannt und dagegen Johannes der Täufer als zentrale Person verehrt.

Speziell für sein Heimatland, den Irak, erklärt Ehab die Situation sehr anschaulich. Dem relativ säkularen Regime von Saddam Hussein könne man Vieles vorwerfen, viele Kriege gehen auf sein Konto, er habe jedoch innenpolitisch dafür gesorgt, dass die verschiedenen Religionen und Ethnien im Irak gleichberechtigt koexistieren können. „Wir waren damals sicher, niemand hat nach der Religion gefragt.“ Mit dem Einmarsch von Amerikanern und Briten endete die Ära Saddam, das Machtvakuum, das entstand, ist bis heute nicht geschlossen. „Wenn ihr hier in Deutschland ein Problem habt, ruft ihr die 110 an. So eine Nummer gibt es im Irak heute gar nicht mehr. Es gibt keine Sicherheit.“ Warum ausgerechnet die Angehörigen seiner Religion sehr oft Opfer von Angriffen und Verbrechen werden, sieht Ehab darin begründet, dass Viele die Mandäer für Juden halten, da sie ursprünglich aus dem Gebiet Palästinas stammen und Elemente des Judentums in ihrem Glauben enthalten sind. Die Feindschaft zahlreicher arabischer Staaten mit Israel und der Nahostkonflikt machen die Mandäer daher völlig grundlos zur lebenden Zielscheibe. „Viele, die nicht geflohen sind, sind gestorben,“ bemerkt Ehab traurig. Weiterlesen hier...

 

Vortrag Werteworkshop – Staatsaufbau 19.07.2017

von Tobias Rehorst

„Wer hat in Deutschland das Sagen? Wer entscheidet in unserem Land, und worüber? Welche Regeln gelten für Kanzlerin und Bundestag, für Kommunalverwaltung und Polizei? Und: Welche Idee steckt eigentlich hinter dem Sozialstaat?“

Fragen über Fragen, die nicht ganz einfach zu verstehen, aber elementar wichtig sind für ein Leben in Deutschland. Am Abend des 19.07.2017 hat die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit den Bürgern für Integration und Asyl (BIA) Geflüchtete in das katholische Pfarrheim in Rot eingeladen, um diese Fragen zu diskutieren. 18 Geflüchtete aus St. Leon-Rot nutzten diese Gelegenheit, um – bei bestem Wetter – ihr Wissen über unser Grundgesetz und das politische System in Deutschland zu vertiefen.

Tobias Rehorst vom Arbeitskreis Patenschaften der BIA machte den Zuhörern auf eindrucksvolle Art verständlich, wie das Grundgesetz historisch entstanden ist und warum es in Deutschland einen so hohen Stellenwert hat. Er zeigte Bilder zerbombter Großstädte aus dem Zweiten Weltkrieg und erläuterte daran beispielsweise die Entwicklung der Idee des Bundesstaatsprinzips, das Macht auf Bundesländer verteilt, statt sie in einer Hand zu zentralisieren, als Gedanken, künftige Katastrophen zu vermeiden. Den gleichen Gedanken, Machtkonzentrationen zu vermeiden verfolgt das Prinzip der Gewaltenteilung zwischen Rechtsprechung, Gesetzgebung (Parlament) und Regierung. Insgesamt wurden vor allem die Strukturen vorgestellt, die das Grundgesetz als klaren Gegenentwurf zur Diktatur charakterisieren, die starken Sicherungsanker für die Demokratie wie etwa die stark ausgeprägte parlamentarische Kontrolle des Bundestags über die Regierung oder die Bindung aller staatlichen Gewalt an Recht und Gesetz sowie den Anspruch auf Rechtsschutz durch den Bürger.

Hier gab es viel Zustimmung und Verständnis von den Geflüchteten. „Der Abend war gut für mich, um zu lernen. Nächste Woche habe ich meine Prüfung über die deutsche Politik“, sagte Yasmin aus Syrien am Ende der eineinhalbstündigen Veranstaltung und bedankte sich bei Tobias Rehorst für seinen informativen Vortrag.

Der Abend hat gezeigt, dass es Sinn macht und begrüßt wird, aktiv auf unsere neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger zuzugehen, um ihnen die Dinge zu erklären, die uns wichtig sind. Und nebenbei bemerkt: Die 146 Artikel des Grundgesetzes machen verständlich, warum viele Geflüchtete sagen: „Papier ist in Deutschland sehr wichtig“. Ein Dankeschön geht an die katholische Seelsorgeeinheit Walldorf-St. Leon-Rot für die Zurverfügungstellung des Pfarrsaals.

 

 

„Ohne Fleiß keinen Preis!“....

Juli 2017

..... dieses klassische Sprichwort hat Yemane schon im Deutschkurs gelernt und gibt es gerne zu Besten, wenn einer seiner Freunde aus Eritrea ins Nörgeln verfällt. Der 25-jährige selbst versucht es in seinem Alltag zu beherzigen, wenn er etwas anpackt, dann mit dem nötigen Antrieb. So war er früh und auf eigene Faust schon in Berufsberatungsstellen der Caritas in Mannheim, um herauszufinden, wie er am besten am Arbeitsmarkt Fuß fasst. Yemane hatte in Eritrea, seinem Herkunftsland bereits in der schulischen Oberstufe ein mehrmonatiges Praktikum in einer Schreinerwerkstatt absolviert und wollte gerne in einem holzverarbeitenden Beruf arbeiten. Noch in den Ferien seines Deutschkurses gelang es seinen ehrenamtlichen Paten ein Praktikum in einer Schreinerei zu absolvieren, sehr zur Zufriedenheit des Firmeninhabers, der auf die Frage nach der Zukunft gerne bereit war, Yemane für die verpflichtende Berufsfachschule als Vorstufe zur Schreinerausbildung zu übernehmen, so gut hatte er sich im Betrieb eingebracht.

Yemane ist mit mehreren Geschwistern in Eritrea aufgewachsen. Das relativ kleine Land im Osten Afrika ist seit Jahren in einem Konflikt mit dem großen Nachbarn Äthiopien, viel Wert legt der seit 1993 diktatorisch regierende Präsident des Landes auf die Verteidigung, so weit ist das noch nachzuvollziehen. Der obligatorische Militärdienst ist allerdings grundsätzlich unbegrenzt, wenn man Glück hat, kann man nach wenigen Jahren die Armee verlassen, wenn nicht, bleibt man Jahrzehnte und ist der Willkür der Vorgesetzten ausgeliefert. Dabei wird die Armee nicht nur zu Militärzwecken, sondern auch zu zivilen Zwecken wie dem Straßenbau eingesetzt, der Militärdienst ist daher eher mit staatlich angeordneter Zwangsarbeit vergleichbar, vor der viele junge Eritreer mangels Perspektive fliehen – hinzu kommt die angespannte Menschenrechtslage. An Presse gibt es beispielsweise nur eine staatlich kontrollierte Zeitung. Willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Viele der aus Eritrea Geflohenen wollen nicht über die Zustände in ihre Heimatland reden, aus Angst vor dem Geheimdienst. Weiterlesen hier...

 

 

Die drei Jungs vom Grill 

Dass man beim Arbeiten auch richtig gutes und brauchbares Deutsch lernen kann, beweisen die Jungs, die bei Michas Kiosk am See als Aushilfe arbeiten. Da kommt es vor, dass man den ein oder anderen an der Theke trifft und fragt „Wie geht’s?“ und man als Antwort bekommt: „Halwer hi“ oder “Alles Klärchen“ - und das von einem waschechten Iraker. Die drei Jungs, die bei Micha im Mai angefangen haben, Jawad aus Afghanistan, Ehab aus dem Irak und Samer aus Syrien, sind im Team von Michas Kiosk voll und ganz akzeptiert und integriert.

Das bekräftigt der Chef Micha Herold selbst: „Ich war von Anfang an von den Dreien begeistert. Sie sind pünktlich, fleißig, interessiert und bescheiden. Ich kann nur Positives berichten. Sie kommen bei Mitarbeitern und Kollegen gut an und sind sehr beliebt.“

Micha kam die Idee, Geflüchtete einzustellen, als er in  unserem Laden Salero Spenden abgegeben hatte. Er fragte an, ob wir jemanden wüssten, der an einem Aushilfsjob während der Sommermonate interessiert ist. Spontan meldeten sich einige junge Männer, die dann zunächst ein Gesundheitszeugnis ablegen mussten. Danach konnte es losgehen. Seither rennen sie im Kiosk zwischen Essensausgabe, Eistheke und Küche hin und her und rufen sich „Uffbasse“ „Okidoki“ und „Wo is die Dreckschipp?“ zu. Alles wichtige Ausdrücke, die man fürs Überleben  in der Gastronomie benötigt.

Die Jungs jedenfalls sind sehr glücklich über die Möglichkeit ein bisschen Geld neben der Schule bzw. Ausbildung zu verdienen und das in einem schönen Umfeld, mit netten Kollegen inklusive Sprachkurs in St. Leon-Roterisch. Für alle also eine sogenannte Win-Win-Situation. Herzlichen Dank an Micha, der den Jungs eine Chance gegeben hat.

Am Freitag, den 18. August spielt die Band Gambia Unity um Fallou Mboge bei Michas Kiosk am See. Viele haben sie bei unserem Sommerfest bereits kennengelernt. Los geht es um 18 Uhr. Einfach vorbeikommen.

Die BIA im Privatgymnasium

Letzte Woche waren wir an zwei Vormittagen zu Besuch im Privatgymnasium in St. Leon-Rot in den 9. Klassen. Geflüchtete berichteten über ihr Heimatland Eritrea, Irak und Syrien. Khaled aus Syrien kam z.B.  kam im Alter von 16 Jahren alleine von der Türkei aus nach Deutschland und hat gerade erfolgreich seinen Hauptschulabschluss gemacht und plant nun im Anschluss auf die Realschule und dann ein Gymnasium zu gehen. Er lebt seit etwa 18 Monaten in St. Leon-Rot in einer Pflegefamilie. Ein Geflüchteter aus Eritrea erzählte über seine Fluchtgründe und seinen Fluchtweg und ein junger irakischer Mann klärte über die Verhältnisse im Irak auf.

Für die die Schüler des PGs bot sich die Gelegenheit im direkten Kontakt und von jungen Menschen zu erfahren, welche Gründe dazu bewegten, die Heimat und die Familien zu verlassen und sich auf den Weg nach Europa zu machen.  Sie hörten gebannt zu und stellten viele Fragen. Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen und einen Rundgang durch die Schule.


 

Unser Sommerfest 2017

 







Juli 2017

Nachdem unser Eröffnungsfest im vergangenen Jahr bereits ein voller Erfolg gewesen ist, war eigentlich klar, dass es auch dieses Jahr wieder ein Sommerfest geben muss – im Feiern sind wir schließlich ziemlich gut. Den ganzen Tag über war ein buntes  geboten – jede Menge Essen aus aller Welt, Musik und Tanz. Obwohl der Sommer gerade ein bisschen pausiert, war die Stimmung sehr entspannt und ausgelassen.

Ganz gemütlich ging es mittags mit Kaffee und Kuchen los. Schon hier war die kulinarische Bandbreite hoch: neben leckeren deutschen Kuchenklassikern gab es allerlei verschiedene arabische Spezialitäten, zuckersüß und einfach lecker. Das benachbarte ehemalige Bistro „Arena“, das derzeit leer steht, hatte die Gemeinde dankenswerterweise für das Fest zur Verfügung gestellt, in den Mittagsstunden malten hier viele Kinderhände oder ließen sich ihre Gesichter von Juana Reimers, eine in St. Leon-Rot lebende Malerin, die den Kindernachmittag gestaltete, bemalen. 

Mit viel Raffinesse und allerlei Tricks begeisterte die Gauklergruppe „Goos Bubbles“, eine große Menschentraube sammelte sich um das Geschehen in der Mitte des Hofes und bestaunte die Artisten. Ein junger Mann aus dem Irak war so begeistert, dass er sich gleich anmelden wollte, hat er doch in seiner Heimat früher auch ein bisschen Jongliert – die Kontakte sind jedenfalls geknüpft. 

Eine Premiere hatte im Anschluss unser Chor: die bunt zusammengemischte Gruppe aus Geflüchteten und Alteingesessenen, Erwachsenen und Kindern gab mit „Bruder Jakob“, einem afrikanischen Lied „Obwisana Sana“ und „Wir wollen aufstehen!“ drei Titel zum Besten, die sie in der kurzen Zeit seit Mitte Mai einstudiert hatten. Weitere Mitsingende sind herzlich willkommen, die Proben finden immer donnerstags um 19.30 in der evangelischen Kirche statt – Vorkenntnisse nicht erforderlich.

Ernster ging es zur Sache, als am späten Nachmittag Vorträge über die Herkunftsländer gehalten wurden. Im Vorfeld hatten einige Flüchtlinge gemeinsam mit Gabi Dörflinger Powerpoint-Präsentationen vorbereitet und dann ihre Heimatländer und Fluchtgründe vorgestellt. Die Einzelschicksale so direkt und ungefiltert von den Geflüchteten zu hören, machte betroffen – kaum ein Mucks war im Raum zu hören und es brauchte ein bisschen, bis im Anschluss wieder Feststimmung aufkommen konnte. Die Zuhörer waren jedenfalls durchweg überrascht, wie souverän die jeweils Vortragenden schon in der neuen Fremdsprache aufgetreten sind. Unsere Vorsitzende Gabi Dörflinger stellte in einem Kurzvortrag noch mal die Arbeitsfelder unseres Vereins vor – alle Infos hierzu gibt es aber auch auf unserer Homepage www.asyl-st-leon-rot.de.

Ein Höhepunkt war schließlich der Auftritt der gambischen Band „One Family Band“. Alle Musiker leben schon gewisse Zeit in Deutschland und treten regelmäßig gemeinsam und in verschiedenen Musikprojekten auf, etwa auch in Kooperation mit dem Nationaltheater Mannheim. Mit ihrer typisch-westafrikanischen Musik, die viele Gemeinsamkeiten mit karibischem Reggae aufweist, sorgten sie für ausgelassene Stimmung im Publikum, schnell füllte sich die Tanzfläche im hinteren Teil des Hofes. In Erinnerung blieb etwa der „Refugee-Song“ „Freedom“, der die Sehnsucht nach Freiheit thematisiert. Im Anschluss daran brachte zunächst „DJ Filmon“ ein paar eritreische Songs zu Gehör, gefolgt von arabischer Tanzmusik, bei der vor allem die syrischen Männer ihre Tanzkünste zum Besten gaben: Eingespielte Choreographien und Tanzschritte, wie wir sie so nicht kennen, boten einen Blickfang fürs Publikum.

Was niemand gedacht hätte: das überaus opulente Buffet mit Spezialitäten aus allen Herkunftsländern war am Ende fast leergeputzt worden, so lecker war die Auswahl. Viele Köchinnen und Köche waren schon Tage zuvor mit Vorbereitungen beschäftigt gewesen.

Am meisten haben wir uns darüber gefreut, dass doch auch immer wieder neue Gesichter zu sehen waren, die sich über unsere Arbeit informieren wollten. Viele gute Gespräche entstanden und so mancheiner erklärte sich sogar bereit unsere Arbeit künftig aktiv unterstützen zu wollen – wir freuen uns über jede Hilfe. Für uns Ehrenamtliche war es schlichtweg schön, mal wieder ein paar vergnügliche Stunden miteinander zu verbringen, etwas das in der Alltagsarbeit durch die vielen Aufgaben leider manchmal zu kurz kommt. Und gerade auch für die Geflüchteten selbst, die sich vielfach in die Gestaltung des Festes einbrachten, waren es sorglose Stunden mit dem Gefühl, in St. Leon-Rot angekommen zu sein.

Letztlich war es eine organisatorische Höchstleistung, alles zu koordinieren, alle Dienste einzuteilen, Bierbänke, Schirme, Essen und Getränke aufzutreiben. Wir bedanken uns bei allen, die irgendwie dazu beigetragen haben – Hilfe gab es von unseren Mitgliedern und Unterstützern. Andere Vereine wie der VfB St. Leon oder die Feuerwehr Rot waren sofort zur Stelle, als Hilfe benötigt wurde, natürlich auch ein herzliches Dankeschön an die großartigen Goos Bubbles und die Band „One Family Band“ sowie Juana Reimers für das Kinderschminken. Das Festkomitee um Jutta Eichstädter, Andrea Arnhold und Elvira Maga war schon Tage zuvor beschäftigt und hat daher auch ein dickes Dankeschön verdient. Auch ohne die Gemeinde und ihre Unterstützung in vielen Belangen wäre das Fest so nicht möglich gewesen, für Bürgermeister Dr. Eger waren Bürgermeisterstellvertreterin Birgit Klemenz und Hauptamtsleiterin Anette Reich zugegen und Bufdi Markus Ferma war tatkräftig überall dort zur Stelle, wo Hilfe benötigt wurde.

 

 

Juni 2017
Praktikums- und Ausbildungssoffensive

Die Eingliederung von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ist eine Aufgabe, die wir uns mit vielen Akteuren teilen, nur Hand in Hand gelingt das. Auf der einen Seite sind da staatliche Protagonisten wie das Jobcenter, auf der anderen Seite Verbände der Wirtschaft wie die Industrie- und Handelskammern oder eben lokale Unternehmen. Unter Federführung der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung haben wir nun gemeinsam eine weitere Initiative angerollt, die das Netz zwischen den Beteiligten enger verknüpfen soll, unsere „Praktikumsoffensive“. Zunächst wurden dafür gemeinsam diejenigen Flüchtlinge ermittelt, die in näherer Zukunft ihren Integrationskurs und die damit einhergehenden Sprachmaßnahmen beenden werden und für die dann erste Schritte in Richtung Arbeit und Selbständigkeit folgen sollen. Für diese potenziellen Teilnehmer konnte zum großen Teil ein Praktikum gefunden werden, das dann in der unterrichtsfreien Zeit in den Osterferien absolviert wurde. Die verschiedensten Berufe waren vertreten und die Rückmeldungen waren nahezu alle sehr  positiv. In zwei Fällen mündet das Praktikum voraussichtlich in eine Ausbildung im gleichen Betrieb, für einen Flüchtling ist eine Anstellung als Bundesfreiwilligendienstler angeboten, in einem anderen Fall ist sogar eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Aussicht. Für alle anderen waren die Praktika wichtige Erfahrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, Einblicke in die Arbeitskultur und sorgten für weitere Fortschritte beim Spracherwerb durch Sprachpraxis.

Wir möchten uns auch im Namen der Gemeindeverwaltung bei allen teilnehmenden Unternehmen bedanken, die meist sehr spontan und offen eine Zusage zum Praktikum machten und unsere Schützlinge bestens betreut haben. Vielen Dank daher an Bäckerei Feuerstein St. Leon-Rot, Elektro Thome St. Leon-Rot, Fliesen Stegmüller St. Leon-Rot, Gartenbau Thome St. Leon-Rot, Gießerei SLR St. Leon-Rot, Hotel Kalipeh Walldorf, Integra Gartenbau Walldorf, Kindergarten St. Raphael St. Leon-Rot, Restaurant Konoba St. Leon-Rot, Kirchliche Sozialstation Walldorf-St. Leon-Rot, Schreinerei Stumpf Nußloch, Tagespflege St. Leon-Rot

Aus den Reihen der BIA bot Tim Kneusel, unterstützt von Ute von Hahn, einen Workshop zum Thema "Vorstellungsgespräch und Bewerbungsunterlagen" an zwei Freitag-Nachmittagen an. Die Teilnehmer profitierten vom professionellen Wissen und den konkreten Gesprächsübungen und sind so gut gerüstet für weitere Vorstellungsrunden. Vielen Dank an Tim und Ute. 


 

 

Mai 2017
Heimstärke beim VfB St. Leon

Seit Ende März gibt es „Heimstärke“ auch beim VfB St. Leon. „Heimstärke“ ist ein integratives Projekt, unterstützt von Anpfiff ins Leben, SAP, TSG Hoffenheim, SV Sandhausen, FC Astoria Walldorf und VfB St. Leon, das fußballbegeisterten Flüchtlingen und Einheimischen ermöglicht, regelmäßig gemeinsam zu trainieren. Freundschaften und Begegnungen zwischen Bevölkerung und Geflüchteten soll so ermöglicht und gefördert werden. Geleitet wird es in St. Leon von Daniel Lingfeld und André Geis vom VfB. Neben dem sportlichen Aspekt sieht das Projekt auch vor, beim Lernen der deutschen Sprache sowie Unterstützung bei der Arbeitssuche vor. Für Ende April ist ein Zusammentreffen zwecks Austausch mit Profis der 1. Mannschaft des TSG Hoffenheim geplant.

Nach anfangs zaghafter Teilnahme fanden beim letzten Training etwa 15 Teilnehmer den Weg zum VfB St. Leon - Tendenz steigend. Hier gilt es, Anpiff ins Leben und dem VfB St. Leon, die das ermöglicht haben, einen großen Dank auszusprechen. Die Jungs hatten großen Spaß! Wer vorbeikommen und teilnehmen möchte, sei es um mitzuspielen, uns anzufeuern oder sich ins Tor zu stellen, ist jederzeit herzlich willkommen!

 

Das Training findet montags ab 19 Uhr statt, Treffpunkt ist 18.45 Uhr auf dem Gelände des VfB St. Leon.

April 2017

Der Osterhase kann kommen !

Manchmal sind wir selber platt, wie groß die Resonanz auf unsere Kinderangebot ist. Die Bude war jedenfalls wieder voll und Spaß hatten auch alle - wie immer wenn Ayhan, Sophia, Andrea und Elfi zur kreativen Kinderaktion einladen. Die Kinder erfahren so ganz nebenbei, welche Feste bei uns wie gefeiert werden, lernen unsere Traditionen kennen und können sich kreativ betätigen. Die Fotos sagen mehr als 1000 Worte.

 



 

April 2017
Saubere Gemeinde

 

Unser tatkräftiges Team bei der Aktion St. Leon-Rot wird sauber am vergangenen Samstag! Wir hatten das Gebiet angrezend der Unterkunft für Geflüchtete im Schiff und sorgten dafür, dass der Müll in die Tüte statt auf dem Acker liegt. 12 Personen, Ehrenamtliche der BIA sowie einige der jungen Männer halfen dabei. Zum Abschluss gab es im Bauhof einen Imbiss. Die Aktion bei frühlingshaften Temparaturen ist gelungen, Dank an alle Helferinnen und Helfer, insbesondere Silvia Schau, die das Ganze organisiert und geleitet hat. 

 

 

Starthilfe gesucht

Aus unserer Arbeit gibt es immer wieder Positives zu berichten: So steht inzwischen fast allen der zahlreichen Flüchtlingsfamilien ein Pate mit Rat und Tat zur Seite, einige Freiwillige haben sich auf unsere Aufrufe hin gemeldet und leisten nun mit großer Ausdauer tolle Arbeit, für die wir uns an dieser Stelle auch gerne bedanken wollen.

Wer noch keine Paten als Ansprechpartner hat, das sind viele der alleinstehenden jungen Männer, insbesondere aus Syrien. Die meisten von ihnen sind auch gar nicht so sehr auf Hilfe angewiesen – im Gegensatz zu Familien brauchen sie niemanden, der sie mal zum Kinderarzt fährt oder ähnliche Aufgaben übernimmt, die die Paten regelmäßig wahrnehmen. Dadurch, dass alle bereits vorher in Unterkünften im Umkreis waren, sind sie mit dem Leben in unserer Region schon sehr gut vertraut und kommen in der Regel problemlos zurecht.

Für viele beginnt jetzt jedoch ein neues Kapitel: Der Einstieg in den Arbeitsmarkt und der ist leider teilweise relativ kompliziert: Jobcenter, Berufsberatung, Bewerbungsgespräche, Lebenslauf, Schulabschlussanerkennung, Praktikum, Berufsschule – Fragen, mit denen auch deutsche Arbeitsmarkteinsteiger gerne überfordert sind, verlangen den Flüchtlingen noch viel mehr Anstrengungen ab.

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April 2017
Die Jungen Wilden (-tschlossenen) bei der BIA

In der BIA engagieren sich Menschen von 15 bis 79 Jahren - alle sind natürlich gleich wichtig. Wenn junge Menschen sich engagieren ist das immer etwas ganz Besonderes, da der Kontakt zu Gleichaltrigen für die Integration der jungen Geflüchteten besonders wichtig ist.

Ayhan Yorulmaz zum Bespiel ist seit etwa 6 Monaten aktiv – er wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen, da wir damals dringend einen Arbeitskreisleiter für den Bereich „Freizeit“ gesucht haben. Ayhan wusste nicht so recht, was auf ihn zukommen wird aber kaum gstartet, war er sofort in viele Projekte involviert. Ihm war es vor allem ein Anliegen, die hier angekommenen Menschen in die Gemeinde zu integrieren. „Lieber helfe ich aktiv mit, um für Veränderungen zu sorgen, wie nur zu reden, was so passiert“, begründet er sein Engagement. Er hält die Truppe zusammen, organisiert die Termine, kommuniziert, spielt mit den Jungs Fußball und lädt zum Lagerfeuer ein. Zusammen mit Jasmin Götzmann hat er einige Events für Kinder, wie Bastelaktionen oder die Nikolausveranstaltung mitgestaltet. „Mir gefällt es sehr im Team zu arbeiten und in harmonischer, familiärer Atmosphäre Gutes zu tun. Mich freut es vor allem auch, andere Kulturen kennen lernen zu dürfen – ich empfinde das als eine sehr schöne Lebenserfahrung, die mich menschlich weiterbringt“, so Ayhan über sein ehrenamtliches Treiben. Im richtigen Leben ist Ayhan selbständiger Immobilienmakler und kann so unseren Geflüchteten wertvolle Tipps bei der Wohnungssuche geben.

Sophia Maga hat im letzten Jahr ihr Abitur gemacht, war ein halbes Jahr in Neuseeland unterwegs und nutzt nun ihre Wartezeit bis zum Studium sinnvoll in der BIA. Sie ist quasi ein Allround-Gutelaune-Genie und sowohl im Deutschunterricht als in der Freizeit- und Kindergruppe aktiv. Als Patin unterstützt sie intensiv die Kinder einer syrischen Familie. Sie war sofort motiviert, mitzumachen: „Als ich gehört habe, dass Geflüchtete nach St. Leon-Rot kommen, wollte ich, dass sich diese Menschen, die so eine schwere Reise auf sich genommen haben und nun endlich irgendwo ankommen können, sich hier willkommen und mit offenen Armen empfangen fühlen. Damit sie wissen, dass es hier Menschen gibt, denen es nicht egal ist, was mit ihnen passiert. Und als ich dann gemerkt habe, wie unglaublich glücklich mich dieses Engagement macht und wie sehr, so kitschig das auch klingen mag, es mein Leben bereichert, bin ich geblieben.“  Sophia tut einfach gut – mit ihren vielen Ideen, die sie umsetzt, schafft sie es, alle mit ihrer Energie, ihrer Herzlichkeit und ihrem Optimismus anzustecken.

Auch für den Deutschunterricht sind einige junge Leute, wie Ann-Kristin, Tobias, Teresa, Vanessa, Ida und Marie aktiv. Unser jüngster Helfer ist 15 Jahre, er absolvierte bei uns ein Sozialpraktikum.

Wir möchten alle jungen Menschen ermutigen, die sich für ein ehrenamtlichen Engagement interessieren, einfach einmal zu einer Probestunde vorbei zu kommen, sei es im Deutschunterricht, bei der Freizeitgruppe, unserem Laden oder unserem nächsten Café am Sonntag, den 05.03.17 zwischen 14 und 18 Uhr. Wir brauchen Euch dringend! 

Einfach eine Mail schicken an: info@asyl-st-leon-rot.de

 

 

März 2017

Café SALERO

Wieder einmal war unser Café Salero ein gut frequentierter Anlaufpunkt für Interessierte Bürgerinnen und Bürger und unsere neuen Mitbewohner. Bei Kaffee und Kuchen wurde diskutiert, gespielt, relaxed und stolz die allerjüngsten Einwohner präsentiert.

Allen Kuchenspendern und Helfern einen herzlichen Dank!

Das nächste Café findet am 05. März von 14 bis 18 Uhr statt. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

Syrische Arztfamilie seit Kurzem in St. Leon-Rot

Und es gibt sie doch: Die anfangs von Wirtschaftsverbänden bejubelten Fachkräfte, die andererseits von Asylkritikern immer wieder vermisst wurden. Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Syrien – und aus diesem Land kommen derzeit etwa 80 % der unserer Gemeinde bisher zugewiesenen Flüchtlinge -  hatte vor Ausbruch des Bürgerkriegs ein für den Nahen Osten recht gut ausgebautes Schulsystem, das in vielen Bereichen dem französischen Unterrichtungswesen angelehnt war, so reden Syrer auch von Baccalaureat, dem französischen Pendant zu unserem Abitur. Zugegeben: Der Ausbildungsstand ist sehr unterschiedlich, viele unserer Flüchtlinge hatten „einfache“ Berufe, waren Landwirte oder in der Baubranche tätig, es gibt aber durchaus auch Akademiker unter ihnen. Seit November ist mit Abdullah Ajaj nun auch ein Arzt in unserer Gemeinde wohnhaft, der studierter Mediziner ist und ein Approbationsanerkennungsverfahren in Heidelberg anstrebt, um in Deutschland praktizieren zu können.

Abdullah lebt mit seiner Frau Sanaa und seinen inzwischen 5 Kindern in St. Leon-Rot. Das älteste der Kinder ist erst 5 Jahre alt, die jüngsten, Zwillinge, gerade wenige Wochen. Da kann der erst 29-jährige Abdullah froh sein, dass der Familie noch sein Bruder Saad zur Seite steht, der 17 Jahre alt ist und das Gymnasium in Schwetzingen besucht. 2 der Kinder sind inzwischen im Kindergarten.

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Februar 2017
FC Rot spendet für unsere Kicker

 

Simon Thome macht keine halbe Sachen. Wenn er sagt, er kümmert sich darum, dass unsere Freizeitkicker wieder Trainingskleidung im Laden der BIA erhalten können, dann klappt das auch. Auf Initiative von Simon sammelten die Spieler des FC Rot Kickschuhe, Trikots und Hosen. "Sportbekleidung ist bei uns immer Mangelware, das geht weg, wie warme Semmeln", so Silvia Schau, die für unseren Laden verantwortlich ist. Inzwischen spielen - Dank engagierter Vermittlung von Karin Geis - einige der Erwachsenen und viele der Kinder Fußball in den ortsansässigen Vereinen FC Rot oder VfB St. Leon oder jetzt über Winter auch beim Team des JUZ im Harres. 

Neue Sportbekleidung ist teuer und die wenigsten können sich die Ausstattung im regulären Laden kaufen. Deshalb sind wir über die großzügigen Spenden der FC Roter Spieler dankbar. Für wenige Euros können sich die Geflüchteten bei uns ausstatten. Zwei bis drei Euro kosten ein paar Sportschuhe, oder eine Trainingshose. Der Preis ist eher symbolisch und dient dazu, dass die Artikel wertgeschätzt werden und nur mitgenommen wird, was man auch tatsächlich benötigt. 

Mit den Einnahmen wiederum können wir Deutschbücher, unser monatliches Café oder Koch- und Bastelaktionen u.v.m. finanzieren. 

Liebe Fußballer vom FC Rot - Ihr könnt sicher sein, dass Eure Spende ankommt. Herzlichen Dank!

Unser Laden für Bedürftige ist zwei Mal die Woche für je zwei Stunden geöffnet. Wir suchen dringend noch Ehrenamtliche, die Silvia und ihr Team unterstützen. Da hier alle Geflüchteten früher oder später vorbeischauen, um das ein oder andere zu kaufen, ist es eine gute Einstiegsmöglichkeit in unsere Arbeit und eine gute Gelegenheit, sich kennenzulernen. Geeignet ist es auch für alle, denen nur ein kleines Zeitbudget zur Verfügung steht.

Silvia Schau freut sich über jede Form von Mithilfe, am besten per Mail melden: spenden@asyl-st-leon-rot.de

 

Januar 2017
Unsere Vereinsgründung: Was lange währt, wird endlich gut

 

Nach eineinhalb Jahren erfolgreicher Arbeit als Bürgerinitiative Asyl St. Leon-Rot haben wir am vergangenen Freitag, den 13. Januar 2017, unseren Verein „Bürger für Integration und Asyl St. Leon-Rot“ – kurz BIA - gegründet. Ein langer Prozess ging der Vereinsgründung voraus, in dem wir die Vor- und Nachteile genau gegeneinander abwägten. Gründe, die uns zu dem Schritt bewogen haben, waren letztendlich, die Möglichkeit unabhängig Entscheidungen zu treffen und eine stärkere Position nach Außen. 

Am Freitag abend kamen zur Versammlung knapp 30 Ehrenamtliche zusammen, die Gründungsmitglieder wurden. Darunter die beiden Syrer Munzer Mahmoud und Ahmad Almatar, was uns besonders freut. Ist es doch ein Ausdruck gelungener Integration und ein Zeichen dafür, ebenfalls ins Ehrenamt einzusteigen und Schutzsuchenden zu helfen. Wer könnte das besser, als Menschen, die eine ähnliche Situation erlebt haben und die Landessprache sprechen.

Nach Vorstellung, Diskussion und Verabschiedung der Satzung wurde der Vorstand und die Kassenprüfer für die nächsten beiden Jahre gewählt:

1. Vorsitzende: Gabi Dörflinger

2. Vorsitzende: Jutta Eichstädter

Schatzmeister: Manfred Massinger

Schriftführer: Tobias Rehorst

Beisitzerin: Andrea Arnhold

Die beiden Kassenprüfer sind Endrik Ebel und Monika Hecker.

Pläne für das laufende Jahr gibt es viele. Bei voraussichtlich über 100 neu ankommenden Geflüchteten schauen wir auf ein aufgabenreiches Jahr mit vielen neuen Herausforderungen. Ein Schwerpunkt wird die Unterstützung der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und die Suche nach Wohnraum sein. Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der katholischen und evangelischen Kirche sollen selbstverständlich fortgesetzt werden.

Der Verein wird die Basis für unsere Arbeit sein, der Beitritt ist für die Ehrenamtlichen freiwillig. Da alle ehrenamtlich Tätigen über das Land Baden-Württemberg versichert sind, ist es allen bei uns Engagierten freigestellt in den Verein einzutreten oder weiterhin frei bei uns mitzuwirken.

„Nach dem afrikanischen Sprichwort: „Wenn viele kleine Leute viele kleine Schritte gehen, können sie das Gesicht der Welt verändern“, freuen wir uns natürlich über jeden weiteren Ehrenamtlichen und jedes Mitglied. Wir benötigen in allen Arbeitskreisen Unterstützung, insbesondere suchen wir im Moment Deutschlehrer und Paten, die bereit wären, eine Familie zu unterstützen. Interessenten können uns einfach eine Mail schicken an: info@asyl-st-leon-rot.de

Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 12 Euro festgesetzt, Familien bezahlen 20 Euro im Jahr.

Wer Mitglied werden möchte, bitte Mail an: info@asyl-st-leon-rot.de

Fotos: Tanja Steger - absolut fotografie

 

 

Die BIA – von 5 auf 100

Wer von 5 auf 100 kommen will, muss ganz schön aufs Gas treten. Genau das haben wir in den vergangenen Monaten getan. Vor einem Jahr noch lebten in unserer Gemeinde  gerade einmal eine Handvoll Geflüchtete, heute sind es an die 100 Neubürger. Über drei Viertel der Neuankömmlinge stammen aus Syrien. Zwei Drittel leben gemeinsam mit Familienangehörigen in St. Leon-Rot.

Aber auch unsere Bürgerinitiative Asyl ist auf gut 100 Unterstützer angewachsen, von denen etwa 50 regelmäßig im Einsatz sind. Gut, dass sich die Arbeit auf viele Ehrenamtliche verteilt, auch wenn einige Schultern ab und an sehr viel zu tragen haben und wir weiterhin jede helfende Hand gebrauchen können.

In den letzten Monaten haben wir Strukturen geschaffen, acht Arbeitskreise sind derzeit aktiv und organisieren die Arbeit in den Bereichen Bildung, Freizeit, Patenschaft, Spenden mit kleinem Laden, Soziales, Fahrräder, Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit. 

Konkret heißt das 

  • acht Deutschkurse pro Woche, im Schnitt mit zwei Lehrern besetzt
  • monatliche Spendenannahme
  • zwei Mal pro Woche Öffnung des Ladens, Annahme und Verteilung von Möbeln
  • mindestens ein wöchentliches Freizeitangebot, außerdem eine Fußballgruppe, eine Theatergruppe, mehrere Koch- und Backabende, Ausflüge
  • unzählige, begleitete Amts- und Arztbesuche
  • jeder Geflüchtete erhält bei Bedarf ein Fahrrad
  • Fortbildungen für Ehrenamtliche
  • die Vermittlung von Praktika und Ausbildungsstellen
  • viele glückliche Gesichter, wenn eine Patenschaft zustande kommt
  • regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Highlights in 2016 waren sicher die vier Neugeborenen, davon ein Zwillingspaar, die Eröffnung unserer Begegnungsstätte SALERO inklusive Laden, Lagerfeuer- und Gesangsabend, Kino- und Diskussionsveranstaltung, die Wandbemalung mit chilenischen Malern, ein Kürbis- und Nikolausfest, Advent im Garten, die Theateraufführungen "Erna, der Baum nadelt" und unsere Weihnachtsfeier.

Bei einer Aufzählung wie dieser läuft man immer Gefahr, das ein oder andere vergessen zu haben. Bei der großen Anzahl an Aktionen, die von der Idee bis zur Umsetzung manchmal in wenigen Tagen gestemmt wurden, oft mit enormem Einsatz einzelner, hat jeder seine Schwerpunkte und individuellen Erinnerungen, die prägend sind und zum Weitermachen motivieren.

Unser Netzwerk

Auch wissen wir die Arbeit und die Strukturen, die von Seiten der Gemeinde – insbesondere von Bürgermeister Dr. Eger und Frau Reich - geschaffen wurden, sehr zu schätzen. Herauszuheben ist die dezentrale Unterbringung, die Schaffung von ausreichend Wohnraum in kurzer Zeit an vielen Standorten sowie die Überlassung von Räumlichkeiten, die wir für unsere Arbeit nutzen dürfen. Immer wieder hören wir bei Netzwerk-Treffen mit anderen Asylkreisen, wie vorbildlich St. Leon-Rot aufgestellt ist und wieviel Unterstützung die Geflüchteten durch das Gemeindeteam erfahren. Ein großer Dank an dieser Stelle an die Sozialarbeiter Barbara Bailey und Simone Schuster sowie den Flüchtlingsbeauftragten Benjamin Schwalb, mit denen wir einen regen und sehr konstruktiven Austausch pflegen. Auch die Schaffung eines Netzwerkes von evang. und kath.  Kirche, Gemeinde und BI Asyl zeigt, dass alle an einem Strang ziehen.

Rück- und Ausblick

Natürlich ist nicht alles positiv und rosarot gelaufen im vergangenen Jahr und auch wir mussten einige Erwartungen korrigieren und an uns arbeiten. Wir sind durch schwierige, anstrengende Monate gegangen, die Zeit und Energie gekostet haben, in denen wir voneinander viel gelernt und die uns zusammengeschweißt haben. 

Für das kommende Jahr gibt es bereits viele Pläne, unter anderem die beschlossene Gründung eines Vereines und die damit einhergehende, neue Namensgebung "Bürger für Integration und Asyl". Dass wir den Fuß noch lange nicht vom Gaspedal nehmen können und die Arbeit mit viel Tempo weitergehen wird, dafür werden etwa 150 Geflüchtete, die in 2017 in unsere Gemeinde kommen sollen, sorgen. Deshalb suchen wir in allen Arbeitskreisen weitere Ehrenamtliche. 

Auch wenn das Leid in unserem Land jetzt sehr groß ist, sollten wir auch an diejenigen denken, deren Leben in den Krisengebieten bedroht sind. Viele der Geflüchteten haben Krieg und furchtbaren Terror hautnah erlebt, haben Verwandte in den Krisenregionen zurück gelassen und suchen bei uns Frieden, damit sie sich eine Zukunft in Sicherheit aufbauen können. Das dürfen wir, auch nach den Schreckensmeldungen der letzten Tage, nicht vergessen.

Herzlichsten Dank

Nun bleibt noch ein Riesen-Dankeschön allen Ehrenamtlichen auszusprechen, die sich einbringen, die ackern, die sich nicht ausbremsen lassen und unterstützen, wo es geht. Allen voran unseren AK-Sprechern: Andrea Arnhold, Hans Bechberger, Gabi Dörflinger, Jutta Eichstädter, Ute von Hahn, Angelika Knoch, Jutta Krebs, Elvira Maga, Manfred Massinger, Anna Panteghini-Stoye, Tobias Rehorst, Silvia Schau, Gerd Schmidt und Ayhan Yorulmaz.

Dank an das Hauptamt der Gemeinde, Frau Wendler von der evangelischen Kirche, Herrn Uhl von der katholischen Kirche, allen Ehrenamtlichen, den ortsansässigen Vereinen und Institutionen, den zahlreichen Sach-Spendern und finanziellen Unterstützern. Wir versichern Ihnen, Ihre Hilfe kommt an.

 

 

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